Tag des offenen Denkmals

Auch an diesem bundesweiten Aktionstag, der immer Anfang September stattfindet, beteiligt sich der Heimatverein Visbek. So standes schon die "Villa Berta" in Bonrechtern sowie die Kapelle in Endel gemeinsam mit den Großsteingräbern in Engelmannsbäke auf dem Programm.

Zuletzt stellte der Heimatverein Visbek 2019 vor die 

St. Antoniuskirche und das Ehrenmal in Rechterfeld

Diese beiden Sehenswürdigkeiten, die St. Antonius-Kirche von 1901 und das Enhrenmal von 1926, waren geeignete Objekte für eine "Spurensuche" am Tag des offenen Denkmals. Für den Heimatverein Visbek informierten Franz-Josef Debbeler und Bernd Koopmeiners über die Kirchen- und Schulgeschichte in Rechterfeld seit 1682 und insbesondere über die im neugotischen Baustil errichtete St. Antonius-Kirche.

Besucher aus Goldenstedt, Bakum, Emstek, Twistringen, Visbek und Rechterfeld waren beeindruckt von den qualitätsvollen Farbverglasungen im Chorraum, an der Nord- und Südseite der Kirche sowie von zwei prächtigen Rundfenstern im 30 Meter hohen Kirchturm, alle aus der Werkstatt Wilhelm Derix aus Kevelaer.

Die neugotische St. Antonius-Kirche von 1901 ist ein Wahrzeichen von Rechterfeld.
Foto: Franz-Josef Debbeler

Bedeutende sakrale Kunstwerke im Gotteshaus sind ebenfalls ein Relief mit einer Kreuzigungsgruppe in Eichenholz, eine Pietá (Vesperbild) und Heiligenfiguren einschließlich einer Strahlenmadonna aus der früheren Kapelle von 1682. Historische Skulpturen der vier Evangelisten stammen von einer Predigtkanzel von 1901, die 1976 aus der Kirche entfernt wurde. Die Rechterfelder Kapelle von 1682 wurde ab 1902 bis 1924 als Schulhaus genutzt.

Besonderes Interesse fand auch der ehemalige Wetterhahn (von 1832); dieser befand sich auf dem Dachreiter bis zum Abbruch der alten Kapelle (1924). Die St. Antonius-Kirche erhielt 1992 ein neues Dach; 1995 wurden in einem Anbau eine Taufkapelle, eine Sakristei und Nebenräume (für die Heizung) geschaffen.

Über die Baugeschichte des umgesetzten und sanierten Ehrenmals (in der Nähe der Kirche) wurde mit einem Flyer mit Fotos ausführlich informiert. Im Rahmen der Dorferneuerung durch die Gemeinde Visbek sind dort noch gärtnerische Anlagen vorgesehen. Die Kirche und das Ehrenmal sind ortsbildprägend und Wahrzeichen von Rechterfeld.

Im Jahr 2018 stellte der Heimatverein Visbek vor

Kapelle in Endel und Großsteingräber in Engelmannsbäke

Zahlreiche Interessenten konnte der Heimatverein Visbek am 9. September begrüßen, um Interessierten die Endeler Kapelle von 1694 und den "Heidenopfertisch" in Engelmannsbäke zu zeigen. Komprimierte Informationen gab der Heimatverein in Form eines Infofaltblattes heraus.

Die im nördlichen Gemeindegebiet von Visbek gelegene Bauerschaft Endel hat neben landschaftlichen Besonderheiten (unter Naturschutz gestellte Flächen "Endeler Bäken") auch prähistorische und kulturgeschichtliche Denkmale aufzuweisen.

Mit der Endeler Kapelle besitzt die Bauerschaft die älteste Beichtkapelle des Oldenburger Münsterlandes. Der Visbeker Pastor Petrus Christophorus Crümpelmann (1681-1702) protokollierte unter dem Datum 6. April 1694: "In Endel ist früher eine Kapelle gewesen, wovon die Rudera (zerstörte Teile" noch zu sehen sind." Diese wird im Dreißigjährigen krieg zerstört worden sein und der Wiederaufbau begann vermutlich 1694.

Die Besitzer von Neumühle, die Brüder Niemöller, ließen eine größere Kapelle errichten - an die beiden Bauherren erinnert das ovale Fenster in der Südwand des Fachwerkgebäudes mit den Namen und der Jahreszahl. "Bauernbarock" lässt sich der Baustil des kleinen Kirchengebäudes nennen, das Altarbild einer Pieta beschreibt Kunsthistoriker Dr. Reinhard Karrenbrock im Ausstellungsband "Bildwerke des 17. Jahrhunderts aus dem Oldenburger Münsterland".

In ihrer Geschichte war die Kapelle immer wieder durch Baufälligkeit bedroht, jedoch verteidigten die Endeler ihr Gotteshaus und renovierten es Ende des 19. Jahrhunderts sogar entgegen dem Willen des damaligen Offizials. Heute ist die Kapelle gut in Schuss durch umfangreiche Sanierungsarbeiten in den 1980er und 1990er Jahren.

Zu den größten arhcäologischen Megalithgräbern im deutschen Raum zählt der Visbeker "Heidenopfertisch" in Engelmannsbäke. In der Nähe vom "Visbeker Bräutigam" und "Brautwagen" gelegent, ist diese Grabanlage in Ost-West-Richtung ohne Steineinfassung angelegt. Im 19. Jahrhundert erhielt es seinen heutigen Namen, errichtet wurde das Großsteingrab vor mehr als 5000 Jahren von den ersten Ackerbauern und Viehzüchtern (Trichterbecherkultur).

Seit vielen Generationen war die prähistorische Anlage im Besitz des Zellers Engelmann, bevor es vom Großherzog von Oldenburg 1850 zum Preis von 200 Goldmark kaufte. Heute steht die Anlage unter Denkmalschutz.