Aktuelles

Freitag, 27.04.2018, Benedikt-Schule
Tag des Baumes
Dienstag, 24.04.2018, 19.30 Uhr, Gasthof Dieckhaus
„Doräöwer laot us doch maol schnacken“
Dienstag, 24.04.2018, 13.00 Uhr, ZOB Benedikt-Schule
Vechta mit Firmenbesichtigung Gramoflor
Samstag, 21.04.2018, 14.00 Uhr, Rathausplatz
Radwandertour: Ambergen (27 km)
Donnerstag, 19. April 2018, Beginn 19:00 Uhr in den Heimatstuben
Vortragsabend Ahnenforschung-Software „Gen_Plus“

Archäologie

Reinhard Selling

Apotheker

* 10. September 1942

+12. Januar 2012

Foto von Bernd Koopmeiners: Beim 3. „Tag der Archäologie“ in Visbek (v. r.): Bürgermeister Gerd Meyer, Andreas Hummel, Ulrich Klages, Jürgen Heinrichs, Kathrin Homann, Lars H. Lüppes, Manfred Gelhaus (Vorsitzender Heimatverein Visbek), Christiane Matz, Daniela Behrens und Gerbert Schmedes (Heimatverein)

Beim dritten „Tag der Archäologie“ beteiligt: „Altsachsen aus Visbek im Lerigau“ Die Gruppe „Scotelingo“ zeigte, wie das Leben im Frühmittelalter ausgesehen haben könnte.Die Fakten sprechen für Visbek: in der Jungsteinzeit, noch bevor in Ägypten die erste Pyramide (um 2360 v. Chr.) gebaut wurde, haben hier nachweisbar schon Menschen mit der „Trichterbecherkultur“ gelebt. Die Gemeinde Visbek und der Heimatverein veranstalteten am Sonntagnachmittag (16. 11.2014) ihren dritten „Tag der Archäologie“. Dabei standen erneut die Ausgrabungen eines frühmittelalterlichen Friedhofs in „Visbek-Uhlenkamp II“ im Mittelpunkt.Bürgermeister Gerd Meyer begrüßte im Saal Hogeback in Erlte ein „volles Haus“ und namentlich mehrere offizielle Gäste aus nah und fern sowie die Vortragenden: Dipl.-Ing. Daniela Behrens (Vechta), Dipl.-Restauratorin Christiane Matz (Kalkriese), Kathrin Homann M.A. (Nordstemmen), Andreas Hummel M.A. (denkmal3D), Lars H. Lüppes (Bad Münder), Ulrich Klages und Jürgen Heinrichs, beide „Scotelingo“ (Nordstemmen). Manfred Gelhaus, Vorsitzender des Heimatvereins, führte durch das Programm.Das Team Behrens / Hummel von „denkmal3D“ informierte über „Das sächsische Gräberfeld auf dem Visbeker Uhlenkamp II“. Die Archäologen dokumentierten bei Ausgrabungen von 2010 bis 2012 auf der 7,3 Hektar großen Fläche über 2000 Befunde. Zu den entdeckten Funden (aus der Jungsteinzeit bis zur Bronzezeit) gehören 180 Körperbestattungen, zahlreiche Pferdegräber sowie drei wertvolle karolingische Münzen, zwei „Saxe“ (Schwerter), Messer, Reitersporen und verzierte Glasperlen.Christiane Matz übernahm das Thema „Vom Fund zur Ausstellung“; sie hatte als Beispiel eine „Gipsblockbergung“ vom Uhlenkamp ausgewählt. Die Restauratorin schilderte die Arbeitsschritte in ihrer Werkstatt in Kalkriese. Nach einer vorläufigen Auswertung wurden in Münster zunächst Röntgenbilder vom Fundobjekt angefertigt, bevor sie das „Visbeker Sax“ (ein Schwert) „freilegen“ und restaurieren konnte. Die Teilnehmer erfuhren auch, dass sie bei den Visbeker Funden Textil- und Lederreste und Teile von einem Holzgriff fand. Da dieser Fund nur fragmentarisch erhalten ist, wäre für eine Ausstellung auch eine Rekonstruktion sinnvoll.Lars H. Lüppes („Hakun Risti“) kam als „Mann mit dem Schwert“ in den Saal. Er erläuterte in seinem Vortrag: Kurz-Sax; Breit-Sax, Schmal-Sax und Lang-Sax sowie Details beim Material einschließlich der Griffe aus Buche oder Esche. Er fertigt in Bad Münder Schwerter nach den archäologischen Funden oder aus der frühmittelalterlichen Ritterzeit nach historisch belegten Angaben an.Die Geschichtsdarsteller „Scotelingo“ präsentierte mit ihrer mobilen Ausstellung im Saal das Thema „Die Altsachsen im Lerigau (Visbek)“. Ulrich Klages vermittelte in seinem Vortrag mit anschaulichem Bildmaterial Einzelheiten über die Siedlungsformen bei den Altsachsen, das damalige Hausinnere und Mobiliar, über die Bekleidung und Arbeitsmittel. Klages als „Friling“ (Freier) mit Kathrin Homann (der Frau) und Jürgen Heinrichs als „Servus“ (Knecht) zeigten eindrucksvoll, wie „Visbeker“ im frühen Mittelalter ausgesehen haben könnten. Der dritte „Tag der Archäologie“ in Visbek war erneut ein voller Erfolg.